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Wie man sich locker macht

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Die Sonne lacht, die Sommerferien sind gerade vorbei und der Sinn steht mir nicht nach Probleme wälzen. Worüber soll ich denn im Blog schreiben, mit welchem ich jetzt an der Reihe bin? Ich sitze am Frühstückstisch mit jungen Menschen und frage in die Runde: „Was sind wichtige Themen – im Guten oder Schlechten – welche Euch gerade beschäftigen?“

Die 25jährige Selina, in kreativer Ausbildung, sagt, ohne lang nachzudenken: Selbstoptimierung.

 „Was meinst Du genau damit? Denkst Du vor allem ans Aussehen?“

„Natürlich auch – aber nicht nur. Es geht eigentlich immer um Alles: das Aussehen, was Du beruflich machst, welche Ausbildung Du gemacht hast, welche Bücher Du schon gelesen hast, welche Leute Du kennst, welche Reisen Du schon gemacht hast, wie erfolgreich Du bist… Immer gibt es jemanden, der besser ist als Du. Dein Ist-Zustand entspricht nie dem Soll-Zustand – das ist ein fürchterlicher Druck.“

„Ja, das stell ich mir sehr anstrengend vor. Du wirkst aber trotzdem eigentlich ganz vergnügt. Wie gehst Du mit diesem Druck um?“

„Zum Glück bin ich im Grunde genommen faul. Das hilft sehr. So kann ich manchmal einfach denken: Ach was, ich lese dieses Buch morgen, zum Beispiel. Ich vertage gewisse Dinge aus Faulheit. Das gibt mir Raum und Entspannung.“

Dem 22jährigen Philipp fällt bei seinen Kollegen und bei sich selber der Körperkult auf.

„Es geht nicht mehr nur darum, Sport zu treiben, um fit zu sein und sich auszutoben. Sondern man macht Sport, um seinen Körper zu modellieren. Ich habe Kollegen, die stecken deshalb in einem eigentlichen Fitness-Wahn. Und dann natürlich die ganze Kosmetik…“

„Kosmetik für Männer?“

„Ja, klar. Und jetzt natürlich im Sommer: Haare am Rücken (mindestens!) entfernen. Meine Freundin findet, an der Brust seien sie ok – aber am Rücken sehr ungepflegt. Und man will ja schliesslich gefallen!“

„Was hilft Dir mit diesen Ansprüchen umzugehen?“

„Seit ich denken kann, habe ich diesen Körper und mich daran gewöhnt. Ich will ihn gar nicht sooo verändern. Und: ich will mich nicht quälen! Ich überlege mir auch: Was gefällt mir eigentlich an meinen Freunden? Und da fällt mir auf: Alles, was etwas abweichend vom Ideal ist, macht sie doch so speziell.“

Schön wär’s, wenn es immer so locker gelänge, mit allem fertig zu werden! Manchmal braucht es mehr – und dafür sind wir Jugendberatungen da.

Mittlerweile sind die Ferien vorüber und ich bin gerade dabei meinen Blog ins Netz zu stellen. Von einer Klientin der Jugendberatung bekomme ich kurz davor den Tipp zu diesem Video. Passt doch zum Thema!

How to Age Gracefully (Vimeo)

 


Was erlebt Ihr den Druck zu Selbstoptimierung und Körperkult?

Wie geht Ihr damit um?

Welche Tipps würdet Ihr anderen geben?

Teilt Eure Gedanken hier mit uns!


Foto Susanna

Susanna Steiner

Eidg. anerkannte Psychotherapeutin

Jugendberatung Region Pfäffikon

mail@k-jugendberatung.ch

 

 

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